Der erste Selbst-Check: Eignung für Peak Shaving anhand Ihrer Stromrechnung prüfen

Die jährliche Stromrechnung ist für die meisten Betriebe ein hoher, aber scheinbar unveränderbarer Kostenblock. Dabei ist sie mehr als eine Zahlungsaufforderung: Sie ist ein Diagnosewerkzeug. Verbraucht Ihr Unternehmen mehr als 100.000 kWh Strom pro Jahr, erstellt der Versorger Ihre Abrechnung nach dem Verfahren der registrierenden Leistungsmessung (RLM). Sie zahlen dann nicht nur für die verbrauchte Energie (Arbeitspreis), sondern auch für Ihre höchste Leistungsspitze (Leistungspreis).

Dieser Selbst-Check zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie mit Ihrer Jahresabrechnung und drei Kennzahlen herausfinden, ob Sie für teure Lastspitzen unnötig viel bezahlen. Technisches Wissen ist dafür nicht nötig. Das Ergebnis ist eine klare Grundlage für strategische Entscheidungen.

Schritt 1: Finden Sie Ihre drei Schlüsselwerte auf der Jahresabrechnung

Suchen Sie zuerst die drei entscheidenden Posten auf Ihrer Stromrechnung. Energieversorger gestalten ihre Abrechnungen unterschiedlich, aber die folgenden Werte sind für eine Analyse unerlässlich und sollten klar ausgewiesen sein:

  1. Jahreshöchstlast (in kW): Der höchste gemessene Leistungswert in einem 15-Minuten-Intervall über das gesamte Abrechnungsjahr. Ein einziger Wert, der die Höhe Ihrer Leistungspreiskosten für die ganze Periode bestimmt.
  2. Leistungspreis (in EUR/kW): Der Preis, den Ihr Energieversorger pro Kilowatt (kW) Jahreshöchstlast berechnet. Er wird als fester Betrag mit Ihrer Jahreshöchstlast multipliziert.
  3. Gesamtleistungspreiskosten (in EUR): Das Produkt aus Jahreshöchstlast und Leistungspreis. Dieser Betrag zeigt, was Sie allein für das Vorhalten der maximalen Leistung bezahlen – unabhängig vom Gesamtverbrauch.

Mit diesen drei Werten lässt sich prüfen, ob Lastspitzenkappung für Sie relevant ist.

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Schritt 2: Der 30-Sekunden-Check auf Ihr „Peak-Potenzial“

Mit den Gesamtleistungspreiskosten können Sie eine erste, schnelle Einschätzung vornehmen. Die Faustregel:

Liegen Ihre jährlichen Gesamtleistungspreiskosten über 5.000 €?

Diese Schwelle ist ein starker Indikator dafür, dass Leistungsspitzen einen relevanten Anteil Ihrer Stromkosten verursachen. Der Grund: Leistungspreise für Gewerbekunden liegen oft zwischen 80 € und 120 € pro kW und Jahr. Schon eine moderate Jahreshöchstlast von 50 kW kann bei einem Leistungspreis von 100 €/kW jährliche Kosten von 5.000 € verursachen. Nur für diesen einen Wert.

Überschreiten Ihre Kosten diese Marke, lohnt sich eine genauere Analyse. Sie bezahlen dann einen erheblichen Betrag für eine Leistungsspitze, die vielleicht nur ein einziges Mal im Jahr für 15 Minuten auftritt.

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Schritt 3: Der Dringlichkeits-Indikator – Ihr Leistungspreis-Anteil

Der zweite Indikator zeigt die Dringlichkeit. Berechnen Sie, welchen Anteil die reinen Leistungskosten an Ihren gesamten Stromkosten haben. Die Formel ist einfach:

(Gesamtleistungspreiskosten / Gesamte Stromkosten) * 100 = Leistungspreis-Anteil in %

Als Schwellenwert für akuten Handlungsbedarf gilt in der Praxis:

Liegt Ihr Leistungspreis-Anteil über 25 %?

Ein Wert über 25 % ist ein klares Alarmsignal. Er bedeutet, dass ein einziger 15-Minuten-Wert über ein Viertel Ihrer gesamten Stromrechnung entscheidet. Ein Zeichen für ein Lastprofil, bei dem betriebliche Abläufe und Tarifstruktur nicht zusammenpassen. Hier ist das Einsparpotenzial durch Peak Shaving oft besonders hoch, weil schon die Kappung weniger Spitzen eine überproportionale finanzielle Wirkung hat.

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Was Ihre Ergebnisse bedeuten: Vom Selbst-Check zur strategischen Entscheidung

Diese beiden Prüfungen geben eine klare Indikation, wo Sie stehen. Ihr Ergebnis lässt sich einem von zwei Szenarien zuordnen.

Szenario 1: Ihre Werte liegen unter den Schwellenwerten

Liegen Ihre Gesamtleistungspreiskosten unter 5.000 € und der Anteil an den Gesamtkosten unter 25 %, ist Peak Shaving für Ihren Betrieb wahrscheinlich nicht die vordringlichste Maßnahme zur Kostensenkung. Das bedeutet nicht, dass es kein Potenzial gibt, aber der Hebel durch Lastspitzenkappung ist geringer. Andere Maßnahmen zur Energieeffizienz haben hier womöglich Vorrang.

Szenario 2: Ihre Werte liegen über den Schwellenwerten

Sie haben ein signifikantes Einsparpotenzial identifiziert. Ihre hohen Leistungspreiskosten sind kein Fixum, sondern eine steuerbare Größe. Der Selbst-Check hat geklärt, ob Handlungsbedarf besteht. Der nächste Schritt ist zu klären, wie und wann: Wann genau treten diese teuren Spitzen auf und was verursacht sie? Die Antworten liefert eine professionelle Lastganganalyse.

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Der nächste logische Schritt: Von der Vermutung zur Gewissheit

Ihr Selbst-Check liefert eine fundierte Vermutung. Für eine sichere Investitionsentscheidung braucht es aber Gewissheit. Diese liefert nur eine professionelle Analyse Ihrer Lastgangdaten.

Diese detaillierte Auswertung zeigt, wann Ihre Spitzen auftreten und welche Maschinen oder Prozesse sie verursachen. Erst auf dieser Basis lässt sich ein Batteriespeichersystem exakt dimensionieren und das konkrete Einsparpotenzial berechnen. Die Erfahrung zeigt, dass sich solche Systeme oft innerhalb von 5 bis 8 Jahren amortisieren und danach dauerhaft zur Kostensenkung beitragen.

Sie haben das Problem identifiziert. Nun geht es um die Lösung.

Fordern Sie eine unverbindliche Lastganganalyse an, um Ihr konkretes Einsparpotenzial auf Basis Ihrer Verbrauchsdaten zu ermitteln. So verwandeln Sie die Erkenntnisse aus Ihrer Stromrechnung in eine fundierte Strategie, um Ihren Leistungspreis gezielt zu senken.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Mitgründer von Leistungspreis-Senken.de und verantwortlich für Konzeption, Wirtschaftlichkeitsanalyse und Systemauslegung von Gewerbespeichern zur Lastspitzenkappung und Eigenverbrauchsoptimierung.
Seit über 25 Jahren arbeitet er im Maschinenbau und in der Solarindustrie. Gemeinsam mit seinem Team wurden Produktionsanlagen, Fertigungslinien und Energiesysteme für internationale Industrieunternehmen geplant und bewertet. Dieses technische Know-how fließt heute in die Analyse von Lastgängen, Peak-Shaving-Konzepten und Gewerbespeicherprojekten ein.
Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Verkauf möglichst großer Speicher, sondern auf belastbaren Investitionsentscheidungen. Wenn sich ein System wirtschaftlich nicht rechnet, wird dies offen kommuniziert und schriftlich dokumentiert.