Warum Ihr Leistungspreis so hoch ist — und wie Sie ihn dauerhaft senken.
Der Leistungspreis ist der unsichtbare Hebel Ihrer Stromrechnung. Er wird nicht durch das gemessen, was Sie im Jahr verbrauchen, sondern durch eine einzige Viertelstunde. Wer diese Viertelstunde versteht, hat Zugriff auf den größten frei verhandelbaren Kostenblock seiner Stromabrechnung.
- 01Der Leistungspreis macht bei RLM-Kunden 20 bis 40 Prozent der Stromrechnung aus — oft mehr als die Stromsteuer und alle Umlagen zusammen.
- 02Bemessen wird er durch die höchste viertelstündige Lastspitze im gesamten Abrechnungsjahr. Eine einzige Stunde Unachtsamkeit kostet fünfstellig.
- 03Die typischen Ursachen sind Anfahrvorgänge, gleichzeitig laufende Kälteanlagen und unkoordinierte Maschinenstarts. Selten ein einzelner Schuldiger.
- 04Der wirksamste Hebel ist nicht Verzicht, sondern Lastspitzenkappung mit einem Batteriespeicher — ohne Eingriff in Ihre Produktion.
Was der Leistungspreis ist — und warum 15 Minuten über Tausende entscheiden.
Ihr Netzbetreiber schickt einen Zwischenzähler in Ihren Stromanschluss, der alle 15 Minuten den Durchschnittswert Ihrer abgenommenen Leistung protokolliert. Aus diesen Werten bildet sich Ihr Lastgang — eine fortlaufende Aufzeichnung, wie viel kW Ihr Betrieb in jeder Viertelstunde des Jahres gezogen hat.
Die Stromrechnung wird dann zweigeteilt. Ein Teil ist der Arbeitspreis: Cent pro kWh, multipliziert mit Ihrem Jahresverbrauch. Das ist der vertraute Teil. Der andere Teil ist der Leistungspreis: ein Eurobetrag pro kW, multipliziert mit dem höchsten Viertelstundenwert des gesamten Jahres.
Anders gesagt: Der Zähler beobachtet 35.040 Viertelstunden im Jahr und merkt sich nur eine einzige davon — die teuerste. Diese eine Viertelstunde bestimmt, was Sie zwölf Monate lang zahlen.
Warum diese Logik so teuer ist
Der Leistungspreis liegt in deutschen Mittelspannungsnetzen typischerweise zwischen 110 und 160 Euro pro kW und Jahr. Ein Betrieb mit einer Spitze von 600 kW zahlt also schnell 72.000 bis 96.000 Euro — allein für diese eine Kennzahl. Wer es schafft, seine Spitze um 100 kW zu reduzieren, spart 11.000 bis 16.000 Euro. Jedes Jahr. Ohne eine einzige Kilowattstunde weniger zu verbrauchen.
Drei typische Quellen, die fast jede Spitze verursachen.
Lastspitzen entstehen selten zufällig. Sie folgen Mustern, die mit dem Betriebsablauf zusammenhängen. Wer die folgenden drei Quellen versteht, kann seine eigene Spitze meist schon vor der formalen Lastganganalyse grob lokalisieren.
Anfahrvorgänge großer Maschinen
Pressen, Spritzgussmaschinen, große Motoren und Drehbänke ziehen beim Hochfahren ein Vielfaches ihrer Dauerlast. Wenn mehrere Maschinen morgens gleichzeitig anlaufen, addieren sich diese Spitzen zu einem Wert, der die Tageskurve für das ganze Jahr definiert.
Parallel laufende Kälte- und Kühlanlagen
Wenn an einem heißen Sommertag mehrere Kompressoren gleichzeitig anspringen, weil die Sollwerte alle in derselben Viertelstunde unterschritten werden, entsteht ein Lastberg, der die Jahresspitze prägt. Das passiert oft genau dann, wenn auch die Produktion läuft.
Unkoordinierte Verbraucher in der Spitzenstunde
Ein Schweißroboter, der zeitgleich mit der vollen Produktionsschicht läuft. Ein Drucklufterzeuger, der sich genau dann zuschaltet, wenn die Klimaanlage hochfährt. Diese Gleichzeitigkeit ist selten Absicht — sie ist das Ergebnis fehlender Koordination zwischen unabhängigen Steuerungen.
Eine 192-kW-Kappung, jedes Jahr 25.440 Euro — an einem konkreten Lastgang.
Folgender Lastgang stammt aus einer realen, anonymisierten Analyse. Die Tagesspitze liegt bei 612 kW — verursacht durch zwei Anfahrphasen am Vormittag und am frühen Nachmittag. Wenn diese Spitze auf 420 kW gekappt wird, sinkt der Leistungspreis um 25.440 Euro pro Jahr.
Wirtschaftliche Rechnung
| Spitze vorher | 612 kW |
| Spitze nach Kappung | 420 kW |
| Reduktion | 192 kW |
| Leistungspreis | 132,50 EUR/kW·a |
| Einsparung pro Jahr | 25.440 EUR |
Für wen sich das lohnt — und für wen eher nicht.
Wenn Ihr Betrieb RLM-Kunde ist, also über 100.000 kWh im Jahr verbraucht und einen Lastgangzähler hat, lohnt sich die genauere Betrachtung praktisch immer. Selbst bei moderaten Spitzen liegt der Leistungspreis in der Regel im fünfstelligen Bereich pro Jahr.
Wenn Ihr Betrieb dagegen ein fast konstantes Lastprofil aufweist — zum Beispiel ein Dauerbetrieb mit gleichmäßiger Auslastung über 24 Stunden —, ist das Einsparpotenzial geringer. Dann ist Peak Shaving zwar technisch möglich, aber wirtschaftlich oft nicht der erste Hebel.
Wenn Sie unter 100.000 kWh Jahresverbrauch liegen und einen SLP-Zähler haben (Standardlastprofil), zahlen Sie gar keinen Leistungspreis. Für Sie ist diese Seite nicht der richtige Ausgangspunkt — die Stromkostenoptimierung folgt dann anderen Regeln.
Konkrete Fragen, die sich aus diesem Kapitel ergeben.
Wie hoch ist der Leistungspreis in der Metallverarbeitung?
„Was zahlen Wettbewerber meiner Größe — und was sagt das über meinen Wert?“
Branchen-Benchmarks aus realen Lastgängen. Spannweiten in Euro pro kW, typische Spitzenhöhen, Vergleich nach Betriebsgröße.
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„Ist der Leistungspreis verhandelbar — oder nehmen wir, was kommt?“
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Artikel folgtSie wollen wissen, was Ihr Leistungspreis Sie konkret kostet?
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